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Nahrungsergänzung: Was Kundinnen wirklich brauchen — und was nicht

Nahrungsergänzung: Was Kundinnen wirklich brauchen — und was nicht

Nahrungsergänzungsmittel machen einen wachsenden Teil des Tresen-Umsatzes aus. Und sie stellen uns vor eine ehrliche Frage: Was empfehlen wir, weil es hilft — und was, weil es sich gut verkauft?

Wo die Evidenz klar ist

Vitamin D In der Schweiz ist ein Defizit weit verbreitet, besonders in den Wintermonaten. Die Supplementierung ist kostengünstig und gut verträglich. Sinnvoll für die meisten Menschen von Oktober bis April.

Folsäure in der Schwangerschaft Keine Diskussion: 400 µg täglich vor und in der Frühschwangerschaft, möglichst ab Kinderwunsch.

Eisen bei nachgewiesenem Mangel Erst Blutbild, dann Supplementierung — nicht umgekehrt. Eisen auf Verdacht zu geben ist keine gute Beratung.

Jod in der Schwangerschaft In der Schweiz trotz jodiertem Salz oft unzureichend versorgt. 150 µg Jod als Supplement wird empfohlen.

Wo die Evidenz dünn ist

  • Vitamin C als Erkältungsschutz: Kürzt die Dauer leicht ab, verhindert Erkältungen aber nicht.
  • Magnesium gegen Müdigkeit: Nur bei tatsächlichem Mangel sinnvoll. Als Energiebooster nicht evidenzbasiert.
  • Kollagen oral: Spannend in der Forschung, aber klinische Evidenz für Hauteffekte begrenzt.
  • Omega-3 zur Herzprävention: Neue Metaanalysen ernüchternd — bei manifester Herzerkrankung anders.

Die Beratungsregel

Frag zuerst: „Warum möchten Sie das nehmen?" Die Antwort zeigt, ob ein Supplement sinnvoll ist oder ob dahinter ein anderes Problem steckt, das besser anderweitig angegangen wird.

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Pharmapunk Redaktion

Autorin/Autor bei Pharmapunk.

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